Heimat

2014, Aron Demetz
Rheinkilometer 635

Leider wurde die Skulptur »Heimat« von Aron Demetz durch mutwilligen Vandalismus schwer beschädigt und musste daher abgenommen werden. Nach der Restaurierung der Arbeit werden wir ihren neuen Platz bekanntgeben.

Aron Demetz hat für das Skulpturenufer Remagen die 175 cm große Bronze »Heimat« geschaffen, eine weibliche Figur auf einem wurzelnden Sockel. In einer Gießerei in der Toskana gefertigt, hat die Skulptur ihren perfekten Standort – ihre Heimat – hier am Rhein gefunden.Innerhalb des Skulpturenufers Remagen ist Aron Demetz' Skulptur die einzige menschlich-figürliche Arbeit.

  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Aron Demetz – Heimat, 2014
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Aron Demetz – Heimat, 2014
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Aron Demetz – Heimat, 2014
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz

Zum Werk

Der ursprüngliche Standort am Rheinkilometer 635 befand sich ganz in der Nähe zum neugotischen Schloss Marienfels in nördlicher Richtung entlang des Leinpfads. So korrespondierte die Skulptur mit einer Madonnenfigur, die sich in einer Nische eines Felsens unterhalb des Schlosses befindet. Demetz' weibliche Bronzefigur steht in Beziehung zu einer Madonnenskulptur, die sich in einer Felsnische unterhalb des Schlosses befindet. Der Sage nach ließ der Bauherr von Schloss Marienfels diese aufstellen, um den Machenschaften des Teufels entgegenzuwirken. Dieser würde wohl auch vor Aron Demetz' nackter, selbstbewusster, zeitgenössischer »Madonna« mit ihrer auratischen Kraft und Wehrhaftigkeit zurückweichen. Aufgrund von Vandalismus musste die Skulptur dort entfernt werden und fand diesen neuen Standort am Skulpturenufer.


Die Figur von Aron Demetz blickt mit festem und ernstem Gesichtsausdruck geradewegs auf den Rhein. Ihr wachsen feine Zweige und Blätter aus den Fingerspitzen. Damit nimmt der Bildhauer Bezug auf den häufig in der Kunst dargestellten römischen Mythos von Daphne, die sich zum Schutz vor dem liebestollen Apollo in einen Lorbeerbaum verwandelt. Dabei steht Demetz' Figur aufrecht in einer der Mauerkassetten und ist mit einem gewaltigen Sockel in Form einer Baumwurzel verbunden. Dieses raumgreifende Gewächs, das an Tentakeln erinnert, scheint sich vorsichtig tastend mit dem Untergrund verbinden zu wollen, um dort im wahrsten Sinne des Wortes Wurzeln zu schlagen und die neue Heimat zu erobern. Dabei kontrastiert der patinierte, rindenähnliche Wurzelteil mit der hellen und lichtreflektierenden Patina der Figur, die wie eine »Lichtgestalt« ihr Areal fest im Blick hat.


Der Südtiroler Künstler versteht es vorzüglich, ausgehend von der Tradition der Bildschnitzkunst, seine größtenteils in Holz gearbeiteten Skulpturen in ein anderes Material zu übertragen. Er überrascht uns mit einer Figur in einem ganz eigenen künstlerischen Stil und beleuchtet die Frage nach der Heimat und den Wurzeln eines jeden Menschen auf besondere Art und Weise.



Über den Künstler

Aron Demetz wurde 1972 in Sternzing/Südtirol geboren, er lebt und arbeitet in Gröden/Südtirol.

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