Geheime Gärten Rolandswerth

2002 – 2004, Caroline Bittermann & Peter Duka
Rolandswerth – Parkstraße / Weingärtenstraße

Ausgehend von einem Zitat des romantischen Schriftstellers Novalis schufen Bittermann & Duka im historischen Hentzenpark ein skulpturales Ensemble. Herzstück des in Rolandswerth gelegenen Parks ist ein bepflanzter und von Tieren bewohnter, hoher Turm. Zudem begrüßt Sie der Park mit einem weißen Eingangstor und Parkbänken, die von den Künstlern gestaltet wurden. Rheinseitig ist eine Buchstabenskulptur angebracht.

  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
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    Bittermann und Duka, Eingangstor der »geheimen gärten rolandswerth«
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
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    Bittermann und Duka, Eingangstor der »geheimen gärten rolandswerth«
    © VG Bild-Kunst Bonn, 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
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    Bittermann und Duka - Pflanzenturm, geheime gärten rolandswerth
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
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    Bittermann und Duka - Zur Natur zurueck
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhornc Tenwiggenhorn

Zum Werk

Bittermann & Duka gingen in ihren gemeinsamen Arbeiten als Künstlerpaar davon aus, dass Landschaft und Natur als Bild wahrgenommen werden, weil unsere Vorstellungen von Landschaft und Natur durch Bilder bestimmt sind. Sie beriefen sich dabei auf die Geschichte der bis zu 300-jährigen Landschafts- und Gartenarchitektur. Natur wurde hier bewusst und unbewusst nach Bildern geformt, die als ästhetische, schöne und romantische Vorbilder galten. Diese Gedanken griffen Bittermann & Duka auch in ihrer Arbeit »geheime gärten rolandswerth« für den Remagener Stadtteil Rolandswerth auf.

Caro Bittermann und Peter Duka, 2002

Als ihr Ziel formulierten sie, »an den historischen Punkt anzuknüpfen, als die Malerei die Landschaftsgestaltung beeinflusste, und der Gartenbau zu neuen malerischen Motiven führte«.

3-D-Räume, Malerei und Gartenarbeit

Zur Erweiterung ihres Malerei-Spektrums schufen sie zunächst digitale 3-D-Räume. Diese nutzten sie sowohl als Vorlagen für Gemälde wie auch als eigenständige Drucke. Am Anfang ihrer Arbeit stand daher eine Computersimulation: ein Bild von dem Turm, der das visuelle und ökologische Zentrum ihrer »geheimen Gärten« ist.

Doch auch die echte Gartenarbeit kam nicht zu kurz. Der erste Schritt bestand darin, den historischen Hentzenpark mithilfe der Forstbehörde "wiederzubeleben". In der viktorianischen Gartenanlage wurden Wege angelegt und Parkflächen geformt. Fledermäuse und Wildbienen wurden in dem von Bittermann & Duka entworfenen Pflanzenturm aus Beton willkommen geheißen. Zu ihren Entwürfen gehören auch das Eingangstor zu den Gärten, die Typografie der Buchstabenskulptur an der rheinseitigen Treppe sowie die Dokumentation im alten Gewächshaus.

Novalis als Ausgangspunkt der Gartengestaltung

Den theoretischen Ausgangspunkt der gesamten Gartengestaltung bilden die Schriften von Novalis (1772–1801), einem der bedeutendsten Vertreter der Frühromantik.
Den Satz aus Novalis' »Allgemeinem Brouillon« von 1798: »Die vollendete Speculation führt zur Natur zurück« gilt es, verrätselt auf Tor, Turm und an der Treppe aufzufinden, wie auch die Buchstaben N-O-V-A-L-I-S an den Parkbänken.


Bittermann & Duka demonstrieren in ihrem Kunstwerk Gegensätze wie Natur und Kultur, Handlung und Darstellung, aber auch Romantik und Aufklärung. Die Sehnsucht nach der Aufhebung dieser Gegensatzpaare ist ein zentrales Thema ihres künstlerischen Schaffens.

Über die Künstler

Caroline Bittermann wurde 1957 in München geboren, sie lebt und arbeitet in Berlin und Paris.
Peter Duka, 1954 in München geboren, lebt und arbeitet in Berlin.

Weiterführendes

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