Im Stande

2009, Erwin Wortelkamp
Remagen-Kripp – Leinpfad

Gemäß seinem Credo »Skulpturen suchen und finden ihren Ort« platziert der Künstler seine hoch aufgeschossene Skulptur aus Bronze auf dem Leinpfad zwischen Remagen-Kripp und der Brücke von Remagen. Der Standort bietet einen weiten Blick in die Landschaft, deren Tiefe und horizontale Ausprägung durch die Vertikalität der Skulptur verstärkt wird.

  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Angelina Zimmermann
    Erwin Wortelkamp – im Stande, 2009
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Angelina Zimmermann

Zum Werk

Die Skulptur »im Stande« entspringt der Werkgruppe der »Stehenden«. Sie begegnet uns leichtfüßig in der direkten Nachbarschaft zum Rhein. Bei der Suche nach dem geeignetsten Ort hatte Erwin Wortelkamp die natürliche Schönheit der Rheinlandschaft mit ihren Höhenzugen auf der gegenüberliegenden Seite im Blick. Die vertikale Betonung der Skulptur verstärkt die horizontale »Richtungsdominante« der weiten Landschaft, so Wortelkamp.

Vom Schiff aus wird »im Stande« eher zeichenhaft und flüchtig wahrgenommen.
Mit der Bewegung des Schiffes gleitet sie scheinbar an uns vorüber und aus unserem Blickfeld. Vom Leinpfad aus dagegen begegnet die Skulptur dem sich nähernden Betrachter als unumstößlicher Fixpunkt. Sie ist in ihrer Größenwirkung an das Wechselspiel von Nähe und Ferne gekoppelt.

Erwin Wortelkamp

»Skulpturen suchen und finden ihren Ort«

In unmittelbarer Nähe zeigt sich »im Stande« mit leicht geschwungenen Außenformen. Hinzu kommen deutlich sichtbare, harte Materialeinschnitte, die die gesamte Skulptur rhythmisieren. Mit diesen Gegensätzen erzeugen sie ein permanentes Spannungsverhältnis und führen den Blick des Betrachters an der Skulptur auf und ab und um sie herum. Dabei wird der Blick immer wieder auf eine Quaderform im unteren Drittel der Skulptur gelenkt: ein beim Bearbeiten der Skulptur »stehengelassenes« Element. Wortelkamp bezeichnet es als den »Kern der Sache« oder auch als das »Schatz-Kästlein«. Was sich wohl darin verbirgt? Vielleicht die Energie, die die Skulptur »im Stande« immer wieder neu belebt und ihr fortwährend ihre unaufgeregte Standhaftigkeit verleiht. Vielleicht ist es aber auch ein geheimnisumwitterter Ort, der unsere Phantasien und magischen Vorstellungskräfte aufnimmt und mit der Lust am Verborgenen spielt.

Über den Künstler

Erwin Wortelkamp wurde 1938 in Hamm/Sieg geboren. Er lebt und arbeitet in Hasselbach/Westerwald und in Acquaviva Picena/Italien.

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