Seven Paces

2003, Hamish Fulton
Rolandseck – Leinpfad / Rheinkilometer 640

Hamish Fulton ist einer der prominentesten Vertreter der Land Art. Er begreift sich selbst als Künstler, der wandert. Für das Arp Museum Bahnhof Rolandseck unternahm Fulton seine bisher längste Wanderung. In 63 Tagen ging er zu Fuß vom spanischen Bilbao bis zur Mündung des Rheins in die Nordsee. Seine gusseiserne Bodenskulptur zeigt sieben Schritte als Symbol für diese Wanderung.

  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Rafael Ostgather
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    Hamish Fulton – Seven Paces
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Rafael Ostgather
  • © VG Bild-Kunst Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn
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    Hamish Fulton – Seven Paces
    © VG Bild-Kunst Bonn 2016, Foto: Nic Tenwiggenhorn

Zum Werk

»Seven Paces« ist die erste Arbeit des Künstlers im öffentlichen Raum. Sie wurde am 1. November 2013 in den Leinpfad bei Rheinkilometer 640 eingelassen. Sie liegt damit fast gegenüber des Arp Museums. Die sieben Schritte entsprechen einer Länge von 6,36 Metern. Typisch für Fulton: die Bodenskulptur wirkt unscheinbar, spröde und wenig spektakulär.


Ausgangspunkt seiner Kunst-Wanderung war die spanische Stadt Bilbao. In den folgenden Wochen durchquerte er Spanien und Frankreich und erreichte mit Tomasee in der Schweiz eine der Rheinquellen. Von dort aus wanderte der Künstler entlang des Rheins durch Deutschland bis zum Küstenort Hoek van Holland. Der letzte Abschnitt seiner Wanderung führte ihn schließlich zur Mündung des Rheins in die Nordsee. Insgesamt legte er 2838 Kilometer in 2 Monaten zurück, mit nur 2 Tagen Unterbrechung. Das sind ungefähr 3 Millionen Schritte und 47 Kilometer täglich.

Hamish Fulton

 »No Walk, no Art«, so Fulton, »ich bin kein Wanderer, der Kunst macht, sondern ein Künstler, der wandert«.

Mit seiner Wanderung verband er die Mündung des Nervion in den Atlantik mit der des Rheins in die Nordsee. Beide Flussmündungen stehen eigentlich in keiner Beziehung zueinander. Aber es ging dem Künstler nicht nur um eine geografische Verbindung von Orten. Er wollte auch eine kulturelle Verbindung herstellen: denn durch seine Wanderung verband der Künstler auch das Guggenheim-Museum in Bilbao mit dem Museum Boymans van Beuningen in Rotterdam – und mit vielen anderen Museen, die auf seinem Weg lagen.

 


Tagebuchaufzeichnungen und Fotografien der Wanderungen

Auf seinen Wanderungen führt Hamish Fulton Tagebuch, fotografiert in schwarz-weiß und zeichnet. Diese Zeugnisse und Artefakte behandelt er wie Dokumente, um Erinnertes im Anschluss an seine Wanderungen so nüchtern und sachlich wie möglich in Kunstwerke zu übersetzen.
Dokumentarische Fotos mit atmosphärischem Gehalt sind die direkten visuellen Ergebnisse seiner Wanderungen. In Worte gefasste Daten seiner Wanderungen bildet er als Schriftbilder an Wänden ab. In diesem Fall sind sie in Form einer Skulptur in den Boden eingelassen.

 

Fulton begreift sich selbst als Künstler, der wandert. »No Walk, no Art«, so Fulton, »ich bin kein Wanderer, der Kunst macht, sondern ein Künstler, der wandert«. Das Wandern ist für ihn Arbeit wie im Atelier. Das Wandern ist für ihn künstlerisches Schaffen.

Über den Künstler

Hamish Fulton wurde 1946 in London geboren. Er lebt und arbeitet in Canterbury, England.

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