Treidelpfad

2008, Johannes Brus
Remagen-Kripp – Rheinallee / Fähranleger

Jahrhundertelang war Kripp eine bedeutende Treidelstation. Pferde zogen flussaufwärts vom Ufer aus die Schiffe. An diesem Ort hat Johannes Brus ein Denkmal für die stark beanspruchten Arbeitspferde gesetzt. Er kehrt die damaligen Arbeitsverhältnisse um, indem er seine Pferde aus Bronze von jeglicher Last befreit und sie auf einem Betonboot in Ruhe verweilen lässt.

  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck
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    Johannes Brus, Treidelpfad, 2008
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck
  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Claudia Görres
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    Johannes Brus – Treidelpfad, 2008
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Claudia Görres

Zum Werk

Mit seiner Skulptur »Treidelpfad« am Rheinufer von Remagen-Kripp bezieht sich Johannes Brus auf die Geschichte dieses Ortes. Kripp war eine bedeutende Treidelstation zwischen Köln und Koblenz, bevor die Dampfschifffahrt ab 1860 die traditionellen Treidelschiffe ablöste. Seit Jahrhunderten wurden die Schiffe flussaufwärts mit Hilfe von Pferden gezogen.

Pferde sind ein immer wiederkehrendes Motiv in Johannes Brus' bildhauerischem und fotografischem Werk.

Das Treideln bedeutete eine große Anstrengung für die Pferde. Häufig erblindeten die Tiere aufgrund der Reflexion der Sonne auf dem linken Auge. Durch den beständigen seitlichen Zug des Seiles wurden sie kreuzlahm. Johannes Brus kehrt nun in seiner Skulptur die Arbeitsverhältnisse um. Seine Pferde befinden sich, eines flussaufwärts, das andere flussabwärts schauend, von jeglicher Last befreit, auf dem Schiffsdeck eines Betonbootes.


Pferde sind ein immer wiederkehrendes Motiv in Johannes Brus' bildhauerischem und fotografischem Werk. Seit Mitte der 1970er Jahre tauchen sie in Anlehnung an das Blaue Pferd von Franz Marc in seinen Fotografien auf. Später lösen sie sich aber aus diesem Kontext, um zu Skulpturen zu werden: als Pferde aus Beton – massiv und unumstößlich, hin und wieder mit der Pulverfarbe des berühmten Yves Klein-Blaus (International Klein Blue) beschichtet. Ab und zu wird den Skulpturen ein Reiter beigefügt. Manchmal sind die Pferde klein und zart, bis hin zu Miniaturen. In jüngerer Zeit lässt Johannes Brus sie auch in Bronze gießen. Sie alle sind Träger von Geschichten und Begegnungen, so auch die Arbeit »Treidelpfad«. Dabei bietet die Geschichte des Ortes auf das Vorzüglichste den Nährboden für Johannes Brus künstlerisches Interesse, sein lieb gewonnenes Sujet erneut Skulptur werden zu lassen. Die Realisation der Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Christian Pettersen.



Über den Künstler

Johannes Brus wurde 1942 in Gelsenkirchen geboren. Er lebt und arbeitet in Essen-Kettwig.

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