Leibhaftig

Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz
25. Mai 2014 – 22. Feb 2015

Ausstellungsansicht »Leibhaftig«, 2014 © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz

Über die Ausstellung

Das Bild des Körpers im frühen 20. Jahrhundert

Über die Jahrhunderte hinweg schildert die Kunst den Körper als Medium, an dem sich äußere wie innere Kräfte abzeichnen, die ihn aufbauen in der Lust oder auflösen im Schmerz. Nicht von ungefähr sind es die zerstörerischen Gewalten und Ereignisse des frühen 20. Jahrhunderts, die das Bild des menschlichen Körpers in Malerei und Skulptur fragmentieren. Äußerer Anlass dieser Ausstellung ist der 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs.

Jean-Paul Sartre (1905–1980)

»Der Mensch ist nichts anderes, als wozu er sich macht.«

In seinem Themenjahr »Menschliche Dimensionen« möchte das Arp Museum Bahnhof Rolandseck die Schrecken jener ersten globalen Katastrophe nicht im großen Kriegs-Panorama, sondern mit Blick auf den Menschen selbst erfahrbar machen.

Als Akt (actus: handeln) zieht er in Gestalt antiker athletischer Heroen wie Herkules in den Kampf. Nackt, nur mit der Keule bewaffnet, bezwingt er seine Feinde. Aktiv stellen auch alttestamentarische Helden wie Judith und David ihren Körper zur Schau. Doch halten sie sich bedeckter und erringen ihre Siege mit Klugheit und Anmut. In Christus und den Heiligen verkörpert sich dagegen der passive Held, der in seiner mutigen Opferbereitschaft Vorbild ist. Klaglos ertragen sie Kreuz und Folter und geben den Menschen Kraft, ihr Leid zu erdulden. Ihr irdischer Leib ist ihnen nur Hülle, die sie mit dem Tod abstreifen, um ins jenseitige Himmelreich einzugehen. Doch in ihren Knochen, den Reliquien, bleiben sie im Diesseits gegenwärtig. Die in ihnen verbliebene Kraft vermag sogar andere zu heilen. Aufklärung und anatomische Wissenschaft rücken mehr und mehr den säkularisierten Körper in die Öffentlichkeit. Und die Kunst des 19. Jahrhunderts feiert die Lust am Körper.

Katalog zur Ausstellung

Katalog Leibhaftig

Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz.

25. Mai 2014 bis 22. Februar 2015

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Ansprechpartnerin

Kuratorin der Kunstkammer Rau

Dr. Susanne Blöcker

02228-9425-68
bloecker@arpmuseum.org

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