Erlebnis Arp

Auf Tuchfühlung mit den Namensgebern

Ob als Skulptur im Außenbereich oder an ganz unterschiedlichen Orten im Innern: die Hauspatrone Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp begleiten Sie durch das Museum.

  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Ausstellungsansicht Arp-Etage, »Zweiklang« 2015
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: David Ertl
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    Druckgraphiken von Hans Arp, Ausstellungsansicht 2013
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: David Ertl
  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Doppelporträt Hans Arp & Sophie Taeuber-Arp, Ausstellungsansicht Arp-Etage 2015
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: David Ertl
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    »Qualitätsdada« zum Aktionstag AufDADAtakt
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: David Ertl
  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Ausstellungsansicht Arp-Etage 2015
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
  • © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Ausstellungsansicht Arp-Etage 2015
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2016, Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Sebastian Frankowski
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    Ein junger Besucher auf der Skulptur "Bewegtes Tanzgeschmeide" von Hans Arp auf dem Vorplatz
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Sebastian Frankowski

Mit allen Sinnen

Arp auf Schritt und Tritt

Wie alte Bekannte trifft man sie immer wieder, hält inne, tauscht sich aus, schaut, hört und folgt so einem zarten roten Faden, der sich durch den Besuch spinnt. Ein jährlich neu ausgewähltes Arp-Gedicht empfängt Sie bereits im Eingangstunnel und begleitet die Gedanken. An Hörstationen mit Ausblicken in die umgebende Natur lässt es sich bei vorgelesenen Gedichten von Hans Arp gut verweilen und dem Hauspatron so ein wenig näher kommen. 

 

Hans Arp und seine Frau Sophie Taeuber-Arp geben dem einzigartigen Museum in Rolandseck nicht nur seinen Namen – eine Sammlung mit mehr als 400 ihrer Werke hat hier im Neubau von Richard Meier ein Zuhause gefunden. Darunter auch eine der seltenen Gemeinschaftsarbeiten der so vielseitig talentierten Pioniere der abstrakten Kunst.

In allem schwingt die Frage mit: Woher stammen diese Formen?

Erleben Sie die Arps mit (fast) allen Sinnen – dazu gehört nicht zuletzt der Richard Meier Bau selbst, der fließende Übergänge von innen nach außen schafft und damit an die Verbindung der Natur anknüpft, wie sie auch in den Werken Hans Arps ihren Ausdruck findet.

Hans Arp (1886 – 1966)

Suche als Kunstform

Ein Dandy soll er gewesen sein. Charmant, humorvoll und durchaus extrovertiert. Besondere kunsthistorische Bedeutung erlangte Hans Arp als Mitbegründer der Dada-Bewegung, die sich im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts herausbildete. Dada – das war die Ablehnung des Krieges, aber auch die künstlerische, spielerisch-provokative Auflehnung gegen gesellschaftliche und ästhetische Normen. Er lehnte konventionelle Lehrmethoden ab, suchte nach neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten. Wie zwangsläufig entdeckte er den Zufall als Gestaltungsprinzip.

 

Die Verbindung zur Natur und deren stetige Veränderung – die Metamorphose – wurden zu bestimmenden Ideen seiner Kunst und finden sich in Arps organisch-abstrakter Formensprache wieder, als deren Hauptvertreter er gilt. Der Richard Meier Bau fängt diesen Bezug zur Natur ein: Die transparente Bauweise öffnet den Museumsraum zur umgebenden Natur. Dies ermöglicht einen architektonischen Brückenschlag über die Zeiten hinweg, zwischen Arps Werk und der minimalistischen Formensprache Richard Meiers.

Sophie Taeuber-Arp (1889 – 1943)

Wenn Kunst das Leben durchdringt

Sie war der Ruhepol, sagen Freunde, introvertiert, bis ins Detail durchorganisiert. Sophie Taeuber-Arp war Malerin, Plastikerin, Tänzerin, Innenarchitektin und stand ihrem Mann in Sachen Vielseitigkeit in nichts nach. Die gebürtige Schweizerin schloss ihre Ausbildung 1914 in München ab. 1915 lernte sich das Paar in Zürich kennen, das zu diesem Zeitpunkt geprägt war von Künstler-Exilanten aus ganz Europa. Sophie Taeuber-Arp verlegte sich in ihrem Werk auf Ausdrucksmittel der geometrischen Abstraktion.

 

Mit klaren Ordnungen der Kompositionen und dem konsequenten Einsatz elementarer Formen wie Quadrat oder Kreis wurde sie zu einer der Schlüsselfiguren der konstruktiven Kunst. Den Zeiten industrieller Massenproduktion setzte sie die Integrierung von Kunst und Kunstgewerbe ins tägliche Leben entgegen. Die Kunst sollte das Leben durchdringen, die traditionelle Trennung von freier und angewandter Kunst aufgehoben werden. Diesem Ansatz folgend stellt das Arp Museum keinen Elfenbeinturm dar, sondern bietet ein lebendiges Kunsterlebnis mit vielfältigen Veranstaltungen für große und kleine Kunstentdecker aus der Region und darüber hinaus.

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