»Räumebilder«

Sophie Taeuber-Arp

Zweiklang Hans Arp – Sophie Taeuber-Arp, Zeichnungen, Photos, Gedichte, hrsg. von Ernst Scheidegger, Zürich 1960, S. 53f.

»Es sind flächige Räume«, schreibt Hans Arp, »worin Linien Flächen zerschneiden, Linien Helligkeiten von Dunkelheiten abgrenzen, Linien das Bild aufteilen. Sie nannte diese Bilder ›Räumebilder‹. Diese flächigen Raumwirklichkeiten sind mit den Mitteln der Farbe und Fläche allein gestaltet, ohne dass Perspektive oder dreidimensionale Illusion angewandt wären.«

  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Sophie Taeuber-Arp, Six espaces à plans et bandes angulaires / Sechs flächige Räume und winklige Bänder, 1938
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz
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    Sophie Taeuber-Arp, Quatres espaces à croix brisée / Vier Räume mit gebrochenem Kreuz, 1932
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Foto: Mick Vincenz

Zu den Werken

Vier Räume mit gebrochenem Kreuz, 1932
Gouache auf Papier, 27 x 35 cm

 

Sechs flächige Räume und winklige Bänder, 1938
Gouache auf Papier, 37 x 29 cm

 

Ab 1932 arbeitet Sophie Taeuber-Arp an den sogenannten »Räumebildern«. Während sie als Architektin den Schritt von der Fläche in den Raum tatsächlich vollzieht, scheinen diese Bilder zunächst gänzlich in der Fläche verhaftet. Doch die auf den ersten Blick statischen Kompositionen bergen wesentlich dynamischeres Potential. Dabei wird die Bildfläche in vier, später auch in sechs oder zwölf Felder unterteilt. In den frühen Räumebildern, wie Quatres espaces à croix brisée entsteht nun durch zarte, sich kreuzende Linien und Umrisszeichnungen von Kreisen, Quadraten und Rechtecken ein bewegtes, leichtes Spiel der Formen. In den späteren Arbeiten, wie Six espaces à plans et bandes angulaires verdichten sich diese, werden spürbar statischer.

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