Judith mit dem Haupt des Holofernes

1525, Lucas Cranach d. Ä.

  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Mick Vincenz
    Lucas Cranach d. Ä., Judith mit dem Haupt des Holofernes, 1525
    © Arp Museum Bahnhof Rolandseck / Sammlung Rau für UNICEF, Foto: Mick Vincenz

Zum Werk

Öl auf Holz, ⌀ 14,6 cm (Innenmaß)

bezeichnet am rechten Rand: „1525" und mit einem geflügelten Drachen

 

Wie durch ein rahmendes Schlüsselloch wird der Blick geradewegs auf die blutige Szene gelenkt. Man ist Augenzeuge eines Mordes von alttestamentlicher Tragweite. Mit leichtem Lächeln hält die siegreiche Judith aus Betulia die Waffe erhoben, mit der sie soeben Holofernes geköpft hat, jenen wehrhaften assyrischen Hauptmann, der im Auftrag Nebukadnezars Israel überrennen wollte, überwältigt nur durch die List dieser Frau. Mit ihren Reizen hat sie ihn gefügig, mit einer guten Portion Wein zu einem wehrlosen Opfer gemacht. Zwischen 1525 und 1530 stellte Lucas Cranach der Ältere sie immer wieder dar. Reiner Zufall oder steht Judith in jener Zeit der Umbrüche vielleicht für mehr? Ist sie, wie manche vermuten, Symbolfigur der protestantischen Bewegung, eine Heldin zwischen Thesenanschlag und Bauernkrieg, die pars pro toto für das Volk steht, das im Kampf gegen die Tyrannei der Mächtigen seine Religion wehrhaft verteidigt? Als enger Freund und Trauzeuge Luthers war Lucas Cranach überzeugter Anhänger der Reformation.

 

Lucas Cranach d. Ä. wurde 1472 in Kronach geboren, er starb 1553 in Weimar.

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