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#ARPAMSONNTAG | DER HISTORISCHE BAHNHOF ROLANDSECK: DIE ARCHITEKTUR

24 Mai 2020

#arpamsonntag

DIE ARCHITEKTUR DES HISTORISCHEN BAHNHOFS ROLANDSECK

 

Vor 15 Jahren war es um Kunsthistorikerin Judith Graefe geschehen — sie verliebte sich in das "Eisenbahnempfangsgebäude" Rolandseck und ist somit bestens mit der Geschichte, Architektur und den Besonderheiten des Bahnhofs vertraut.

 

Heute betrachtet sie mit uns die Architektur des, im für seine Zeit ungewöhnlichen klassizistischen Stil erbauten Gebäudes, das 1856 von Baumeister und Ingenieur Emil Hermann Hartwich (1801–-1879) vollendet wurde. Eine spannende Reise in die Zeit, in der der Bau der Eisenbahnstrecken der Mobilität und Reiselust völlig neue Dimensionen eröffnet und Rolandseck in der Blütezeit der Rheinromantik zum beliebten Reiseziel wird.

Der historische Bahnhof Rolandseck

Der spätklassizistische Bahnhof Rolandseck

1825 wurde in England die erste Eisenbahnstrecke der Welt in Betrieb genommen. Dreißig Jahre später fuhr die Eisenbahn auch nach Rolandseck. Der spätklassizistische Bahnhof Rolandseck, 1856 von Baumeister und Ingenieur Emil Hermann Hartwich (1801–-1879) vollendet, ist auch heute noch an den Schienenverkehr angeschlossen. Es ist der Blütezeit der Rheinromantik im 19. Jahrhundert zu verdanken, dass das repräsentative Bahnhofsgebäude in dem kleinen Ort steht.

 

Umgeben von Ausflugszielen wie dem sagenumwobenen Rolandsbogen, dem Drachenfels nebst Burg und Ruine und der Burg Stolzenfels, fügt sich der Bahnhof als Schauplatz gesellschaftlicher und künstlerischer Ereignisse bestens in die malerische Rheinlandschaft ein.
 
Abseits der wichtigen Verkehrsknotenpunkte gelegen, blieb das Gebäude glücklicherweise von der Zerstörung in zwei Weltkriegen verschont. Heute gilt es als bedeutendes Kulturdenkmal der rheinischen Kunstgeschichte und des frühen deutschen Eisenbahnbaus. Der Bau spiegelt als repräsentatives Zeugnis der Ingenieurskunst das neue Architekturverständnis des industriellen Zeitalters wider. Vor allem die ornamentierten Stützen und Geländer der Terrassen sind markante Zeugnisse des rheinischen Eisenkunstgusses.

Der Bahnhofsarchitekt

Der Architekt Hartwich war geprägt vom klassizistischen Stil des berühmten preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel.

 

Ausgewogenheit, Harmonie und Symmetrie bestimmen als gestalterische Prinzipien die architektonische Gliederung des Gebäudes. Der zweigeschossige Hauptbau ist flankiert von zwei zweieinhalbgeschossigen Eckbauten, deren flache Giebel ihn überragen. Er ruht auf einem grob quadrierten Sockel, dem heutigen Haupteingang des Museums. Er diente ursprünglich als Remise, in der die Pferde und Kutschen versorgt wurden.

Klassengesellschaft im Bahnhofsgebäude

Links und rechts des Eingangs führt ein zweiläufiger Treppenaufgang in die erste Etage, wo sich einst die Bahnhofshalle und die Wartesäle der 3. und 4. Klasse befanden. Diese Ebene auf Gleishöhe wird heute als Ausstellungsfläche genutzt. Die zweite Etage beherbergt nun das Bistro und zwei Festsäle, seinerzeit die Wartesäle der 1. und 2. Klasse. Der prächtige, große Festsaal des Bahnhofs war schon im 19. Jahrhundert ein beliebter Treffpunkt illustrer Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Politik und Kunst.

 

Die ehemalige gesellschaftliche Klassifizierung der Etagen lässt sich auch an der baulichen Gestaltung ablesen: Fenster- und Türbögen und vor allem die gusseisernen Geländer der Aussichtsgalerien sind im zweiten Stock besonders kunstvoll ausgestaltet.

Wie ging es weiter?

Wie der historische Bahnhof zum jetzigen Arp Museum Bahnof Rolandseck wurde, ist hier beschrieben:

 

DIE ARCHITEKTUR DES MUSEUMS

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Video: Helmut Reinelt / kulturbuero nr5

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