10. Juli 2026–10. Januar 2027
Seit jeher dient der Weltraum als mächtige Projektionsfläche für Sehnsüchte
und Utopien – angesichts globaler Krisen hält er immer noch die Vision einer
alternativen Existenz bereit. Apokalyptisches Erwachen und exzentrischer
Grenzverlust werden mit rund 100 Werken von der Moderne bis zur Gegenwart
beleuchtet – u. a. mit Max Ernst, El Lissitzky, Katharina Sieverding, Sophie
Taeuber-Arp und Emma Talbot. Der Blick in den Weltraum offenbart kosmische
Träume und wird zu einer Reflexion über unsere Gegenwart und Zukunft.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schien der Weltuntergang nahe. Der Halleysche
Komet und dessen befürchtete Kollision mit der Erde weckten Ängste und
Sehnsüchte. Eine angesichts von Technisierung und Rationalisierung blühende
Projektion des Irdischen ins All vervielfachte sich in den Künsten. In der Theorie
war es denkbar geworden, den Weltraum zu bereisen, das Wissen um die Astronomie
hatte sich potenziert.
Seit den 1980er-Jahren nehmen die kritischen Stimmen an den scheinbar
unbegrenzten Möglichkeiten der Raumfahrt merklich zu. Den Hoffnungen,
alternatives Leben auf einem Ersatzplaneten zu finden oder dies zu ermöglichen,
steht ein zunehmender Kulturpessimismus entgegen. Die Erkenntnis der
Endlichkeit unserer lebenswichtigen Ressourcen angesichts menschlicher Hybris
und unseres Fehlverhaltens führt auch in der Kunst zu neuen Diskursen.