#arpaktuell | Alles Gute, Jutta Mattern!

Nach 28-jähriger Arbeit beim Arp Museum Bahnhof Rolandseck geht die Kuratorin in den Ruhestand.

  • Jutta Mattern im Gespräch in der Bibliothek des Museums
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    Jutta Mattern im Gespräch in der Bibliothek des Museums
    © Foto: Helmut Reinelt
  • Mick Vincenz, VG Bild Kunst, Bonn 2026
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    Sylvie Kyeck, Jutta Mattern, Jacob Uecker
    © Mick Vincenz, VG Bild Kunst, Bonn 2026
  • Kuratorin Jutta Mattern im Neubau des Museums (2020)
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    Kuratorin Jutta Mattern im Neubau des Museums (2020)
    © Foto: Helmut Reinelt
  • Kuratorin Jutta Mattern bei der Eröffnung der Ausstellung von Otto Piene (2019)
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    Kuratorin Jutta Mattern bei der Eröffnung der Ausstellung von Otto Piene (2019)
    © Foto: Helmut Reinelt
  • Jutta Mattern in der Ausstellung von Otto Piene (2019), gemeinsam mit Prof. Dr. Konrad Wolf, dem damaligen Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz
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    Jutta Mattern in der Ausstellung von Otto Piene (2019), gemeinsam mit Prof. Dr. Konrad Wolf, dem damaligen Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz
    © Foto: Helmut Reinelt
  • Kuratorin Jutta Mattern
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    Kuratorin Jutta Mattern
    © Foto: Helmut Reinelt
  • Jutta Mattern während der Eröffnung der Ausstellung von Berlinde De Bruyckere (2022)
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    Jutta Mattern während der Eröffnung der Ausstellung von Berlinde De Bruyckere (2022)
    © Foto: Helmut Reinelt
  • Jutta Mattern und Franziska Nast in der Ausstellung „RRRRReality
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    Jutta Mattern und Franziska Nast in der Ausstellung „RRRRReality"
    © Foto: David Ertl
  • Gemeinsames Arbeitstreffen im Rahmen der Ausstellung von Kiki Smith (2024): Kuratorin Jutta Mattern, Direktorin Dr. Julia Wallner, der kuratorischen Assistenz Joëlle Warmbrunn sowie die Kuratorinnen des Museum of Contemporary Art of Montenegro, Milica Bez
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    Gemeinsames Arbeitstreffen im Rahmen der Ausstellung von Kiki Smith (2024): Kuratorin Jutta Mattern, Direktorin Dr. Julia Wallner, der kuratorischen Assistenz Joëlle Warmbrunn sowie die Kuratorinnen des Museum of Contemporary Art of Montenegro, Milica Bezmarević, Ljuba Jovićević und Mirjana Dušić und Direktorin des Moderna Museet Malmö, Elisabeth Millqvist
    © Foto: Helmut Reinelt
  • Jutta Mattern am Skulpturenufer bei den Treidelpferden von Johannes Brus in Kripp
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    Jutta Mattern am Skulpturenufer bei den Treidelpferden von Johannes Brus in Kripp
    © Sylvie Kyeck
  • Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz und Jutta Mattern während der Eröffnung der Ausstellung von Christiane Löhr (2023)
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    Katharina Binz, Ministerin für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz und Jutta Mattern während der Eröffnung der Ausstellung von Christiane Löhr (2023)
    © für die Werke von Christiane Löhr: VG Bild Kunst, Bonn 2026, Foto: Helmut Reinelt
  • Jutta Mattern in der Ausstellung von Christiane Löhr (Abbau der Ausstellung im Januar 2024)
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    Jutta Mattern in der Ausstellung von Christiane Löhr (Abbau der Ausstellung im Januar 2024)
    © für die Werke von Christiane Löhr: VG Bild Kunst, Bonn 2026, Foto: Helmut Reinelt
  • Jutta Mattern in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt
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    Jutta Mattern in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt"
    © für die Werke von Günher Uecker: VG Bild Kunst, Bonn 2026, Foto: Mick Voncenz, VG Bild Kunst, Bonn 2026
Kuratorin Jutta Mattern

„Hinter die Vordergründigkeit der Werke blicken, deren Tiefe zu erfühlen und zu spüren.″

Unsere Kuratorin Jutta Mattern geht nach 28-jähriger Arbeit beim Arp Museum Bahnhof Rolandseck in den Ruhestand. „Günther Uecker - Die Verletzlichkeit der Welt" ist die letzte einer langen Reihe von Ausstellungen, die sie als Kuratorin für zeitgenössische Kunst federführend betreut hat. Mit viel Herzblut, Wissen und Einfühlung hat sie jedes einzelne der vielen Projekte konzipiert, organisiert und als Erlebnis für unsere Besucher*innen umgesetzt.

Für Jutta Mattern war jedes neue Ausstellungsprojekt eine Herausforderung, der sie sich voll und ganz stellte. Neben der inhaltlichen Arbeit, der Abstimmung im Museumsteam und der weiteren Konzept-Entwicklung, muss Vieles bewältigt werden, wenn es an die Umsetzung geht.

„Nachdem man mit der Direktion und im Team ein Projekt besprochen und Zustimmung erfahren hat, kommt es zu dem, was für mich essenziell war, nämlich die Künstler*innen kennenzulernen. Es sind die damit verbundenen ersten Begegnungen, es ist dieses auf Tuchfühlung gehen mit der Kunst und den Künstler*innen, das Eintauchen in ihr Werk. Bei thematischen Ausstellungen ist es aufregend, größere Zusammenhänge aufzuspüren, und die Werke Vieler schlüssig miteinander zu verbinden. "

„Man lernt dabei viel über sich selbst und natürlich auch über die Künstler*innen. Wie geht man mit dem Gegenüber – dem Anderen - um, was sendet man aus, was teilt man mit?“

„Das Wesentliche ist für mich immer gewesen, dass die Kuratorin und die Künstler*innen zueinander finden. Die Ausstellungsinteressen werden gegeneinander abgewogen, es wird analysiert und diskutiert, bis eine gemeinsame Basis – ein Konsens entsteht, der von beiderseitiger Freude an dem jeweiligen Projekt mitgetragen wird. Allein dieser Prozess hat mich immer sehr beglückt."

„Man entdeckt dabei in den Werken so viel, was man vorher nicht gesehen hat. Erfährt Wesentliches über die Herangehensweise der Künstler*innen, den Kontext, in dem die Werke entstanden sind und lernt auch viel über die Persönlichkeit ihrer Schöpfer kennen."

„Daraus sind auch dauerhafte Kontakte entstanden. Als Kuratorin für zeitgenössische Kunst habe ich ja auch das Privileg, das Werk der Künstler*innen mit denen ich gearbeitet habe, meist auch weiterhin verfolgen zu können und zu dürfen. Bei denjenigen, die nicht mehr leben, hatte ich zwar die Gelegenheit, einen freieren Blick auf ihr Werk zu werfen, aber letztlich hat mir die Auseinandersetzung mit ihnen gefehlt."

Wie blickt Jutta Mattern in die Zukunft?

 

„Vielleicht wird es so sein, dass ich hin und wieder eine Ausstellung begleite oder etwas schreibe. Für mich ist erstmal wichtig, mehr Zeit für mich zu haben, mir wieder mehr Ausstellungen anschauen zu können und Künstler*innen die ich schon so lange vertröstet habe, endlich mal wieder in ihren Ateliers zu besuchen. Abgesehen davon warten spannende, neue und lebensverändernde Dinge auf mich, die einen großen Teil meines Lebens ausmachen und auf die ich mich sehr freue."

 

„Ich habe mir immer gewünscht, dass ich mit dem Gefühl gehen könnte, das Haus – das Arp Museum zu umarmen: denn es war bis hierhin eine wirklich schöne, reiche und im positivsten Sinne lebensbestimmende sowie erfüllte Zeit. Und ich hatte wunderbare Möglichkeiten und die Freiheit auch meine kreativen Anteile hier auszuleben. Das ist schon ein besonderes Geschenk."

 

Alles Gute, liebe Jutta!

english

‘Looking beyond the superficiality of the works, sensing and feeling their depth.’

Jutta Mattern

 

Our curator Jutta Mattern is retiring after 28 years of service at the Arp Museum Bahnhof Rolandseck. ‘Günther Uecker – The Vulnerability of the World’ is the last in a long series of exhibitions that she has curated as head of contemporary art. With a great deal of passion, knowledge and empathy, she has conceived, organised and implemented each and every one of the many projects as an experience for our visitors.
For Jutta Mattern, each new exhibition project was a challenge that she took on wholeheartedly. In addition to the content-related work, coordination within the museum team and further concept development, there is a lot to be done when it comes to implementation.


"After discussing a project with the management and the team and receiving approval, the next step is what I consider essential: getting to know the artists. It's the initial encounters that come with this, it's getting up close and personal with the art and the artists, immersing yourself in their work. In thematic exhibitions, it's exciting to identify larger contexts and to connect the works of many artists in a coherent way."


‘You learn a lot about yourself and, of course, about the artists. How do you deal with your counterpart – the other person – what do you convey, what do you share?’

‘For me, the most important thing has always been that the curator and the artists find common ground. The exhibition interests are weighed against each other, analysed and discussed until a common basis – a consensus – emerges that is supported by mutual enthusiasm for the respective project. This process alone has always made me very happy.’

‘In the process, you discover so much in the works that you hadn't seen before. You learn essential things about the artists' approach, the context in which the works were created, and you also learn a lot about the personalities of their creators.’

‘This has also led to lasting contacts. As a curator of contemporary art, I also have the privilege of being able to continue following the work of the artists I have worked with. In the case of those who are no longer alive, I had the opportunity to take a freer look at their work, but ultimately I missed the interaction with them.’

How does Jutta Mattern see the future?

 

"Perhaps I will accompany an exhibition or write something from time to time. For me, the most important thing right now is to have more time for myself, to be able to see more exhibitions again and to finally visit the studios of artists I've been putting off for so long. Apart from that, there are exciting, new and life-changing things waiting for me that make up a large part of my life and that I'm really looking forward to."


‘I always hoped that I would be able to leave with the feeling of embracing the house – the Arp Museum: because it has been a truly beautiful, rich and, in the most positive sense, life-defining and fulfilling time. And I had wonderful opportunities and the freedom to live out my creative side here. That is a special gift.’

 

All the best, dear Jutta!

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