Uecker war dem Künstlerbahnhof Rolandseck eng verbunden
Textauszug Audioguide„Kraftvoll und mit hörbar rhythmischen Hammerschlägen eroberte er so Nagel für Nagel den Bahnhof für die Kunst.”
Die erste künstlerische Handlung
Der Film Die Treppe bildet einen der Ausgangspunkte der Rolandsecker Ausstellung. Seine bildhauerische Entsprechung findet er in der zeitgleich entstandenen Werkreihe der übernagelten Objekte, die in der Ausstellung zu sehen ist.
Uecker war dem Künstlerbahnhof Rolandseck eng verbunden. Er gehörte zu den ersten Künstlern, die 1964 zusammen mit Johannes Wasmuth das vom Abriss bedrohte historische Bahnhofsgebäude in einen Ort der Künste verwandeln wollten. Sie erkannten den Bahnhof abseits der großen Kunstzentren entlang des Rheins als einen Raum, der außergewöhnliche Möglichkeiten bot, Kunst, Musik und Literatur zu vereinen und zu etablieren.
Die erste künstlerische Handlung unternahm Uecker, indem er eine Nagelspur vom Vorplatz des spätklassizistischen Bahnhofsgebäudes über die herrschaftliche Außentreppe bis in den Innenraum weiter fortführte und schließlich jede einzelne Stufe der dortigen Treppe bis in die oberste Etage benagelte. Kraftvoll und mit hörbar rhythmischen Hammerschlägen eroberte er so Nagel für Nagel den Bahnhof für die Kunst.
Diese Aktion wurde von Uecker zusammen mit dem Kameramann Manfred Borchardt filmisch inszeniert. Der 1964 so entstandene Film Die Treppe gehört zu Ueckers ersten filmischen Arbeiten. Annähernd 40 Filme seiner künstlerischen Aktionen sind entstanden. Häufig liegen ihnen detaillierte schriftliche Notizen, Skizzen und Storyboards zugrunde.
In dem Katalogbeitrag der Kuratorin Jutta Mattern erfahren wir weitere spannende Details zum historischen Hintergrund und der Begegnungen zwischen Johannes Wasmuth und Günther Uecker.
(Text: Audioguide)
Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt
bis zum 14.6.2026
Günther Uecker | Film: Die Treppe (The Staircase)
The film Die Treppe (The Staircase) forms one of the starting points for the Rolandseck exhibition. He finds his sculptural counterpart in the series of objects covered with nails, created at the same time, which can be seen in the exhibition.
Uecker had close ties to the Rolandseck artists' railway station: he was one of the first artists who, together with Johannes Wasmuth, wanted to transform the historic station building, which was threatened with demolition, into a place of arts in 1964. They recognised the station, located away from the major art centres along the Rhine, as a space that offered extraordinary opportunities to unite and establish art, music and literature.
Uecker's first artistic act was to continue a trail of nails from the forecourt of the late-classical station building up the stately external staircase into the interior, finally nailing every single step of the staircase there up to the top floor. With powerful and audibly rhythmic hammer blows, he conquered the station for art, nail by nail.
This action was filmed by Uecker together with cameraman Manfred Borchardt. The film Die Treppe (The Staircase), made in 1964, is one of Uecker's first cinematic works. He has made nearly 40 films of his artistic actions. They are often based on detailed written notes, sketches and storyboards.
In the catalogue essay by curator Jutta Mattern, we learn further fascinating details about the historical background and the encounters between Johannes Wasmuth and Günther Uecker.
The catalogue was designed by artist Franziska Nast and is available in our museum shop and online shop.
Günther Uecker.The Vulnerability of the World
until14 June 2026
Günther Uecker, Die Treppe, 1964, Rolandseck
© Uecker Archiv, VG Bild-Kunst, Bonn 2026