12. Mai 2021  |  Bekanntmachung

Wiedereröffnung ab Samstag, den 15. Mai 2021

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#ARPSLIEBLING | HANS ARP: IM WALDE AUSZUSETZTEN

29 Apr 2021

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    Hans Arp, Im Walde auszusetzen, 1932
    © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 | Foto: Helmut Reinelt
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    Hans Arp, Im Walde auszusetzen, 1932
    © VG Bild-Kunst Bonn 2021 | Foto: Helmut Reinelt
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    Hans Arp, Im Walde auszusetzen, 1932
    © VG Bild-Kunst Bonn 2021 | Foto: Helmut Reinelt
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    Hans Arp, Im Walde auszusetzen, 1932
    © VG Bild-Kunst Bonn 2021 | Foto: Helmut Reinelt
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    Hans Arp, Im Walde auszusetzen, 1932
    © VG Bild-Kunst Bonn 2021 | Foto: Helmut Reinelt
Jérôme Padilla | Freier Kunstvermittler

»Stellt Euch einen Künstler vor, der sich schon vor langer Zeit von der figürlichen Darstellung
abgewendet hat und in seiner Kunst so weit geht, dass er gar die Nachahmung
der Natur ignoriert.«

#ARPSLIEBLING

 Im Walde ausgesetzt... und möglicherweise noch verborgen im Dickicht...

 

Stellt Euch einen Künstler vor, der sich schon vor langer Zeit von der figürlichen Darstellung
abgewendet hat und in seiner Kunst so weit geht, dass er gar die Nachahmung der Natur ignoriert. Dieser Künstler heißt Hans Arp. Als Künstler hat er die Idee der Moderne zu einer ihrer konsequentesten Schlussfolgerung geführt. Arp widmete sich der Energie der Transformation, die vom Wachstum bis zum Tod das Leben ausmacht. Die Metamorphose ist demnach das Schlüsselelement in seinem Werk.

Im Walde auszusetzen ist für mich das konsequenteste aller seiner Werke. Hans Arp setzt hier sehr kunstvoll die fließenden Linien der organischen Abstraktion ein, die in einem Spiel von Höhen und Tiefen, konkaven und konvexen Formen als ausgewogene Allegorie der Metamorphose zu verstehen sind. Er verwendet die Multiperspektivität, denn das Objekt soll aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden, wie für ihn üblich, als subjektives Spielchen, das jede*r Betrachter*in eine absolut perfekte, persönliche Ansicht ermöglicht. Und er bietet uns sogar die Freiheit, das Werk zu gestalten, wie es uns lieb ist.

Ja, das Werk besteht aus drei Teilen, die lose aufeinander liegen. Nun stellt Euch vor, Hans Arp würde die Haube abheben, Euch die drei Formen in die Hand drücken und auffordern: »Spielt!«. So würdet Ihr sehen, dass die eigene Perfektion oft anders aussieht als die des Nachbarn.

Der Titel Im Walde auszusetzen suggeriert, dass das Werk zurück in die Natur gebracht
werden sollte, dort wo die Kräfte der Natur ihren Ursprung haben. Man darf nicht vergessen, dass viele deutsche Künstler noch von den Idealen der Romantik geprägt waren.

Nun mein Tipp: Arp lebte damals in Meudon und hat vielleicht einige seiner Werke … im Walde ausgesetzt – wenn man also bedenkt, dass die Franzosen sich während ihrer Waldspaziergänge mehr fürs Essbare interessieren als die deutschen Romantiker – liegen möglicherweise noch einige Exemplare verborgen im Dickicht …

AUTOR

Jérôme Padilla | Freier Kunstvermittler für Führungen und Workshops in Deutsch und Französisch

INFO ZUR BEITRAGSREIHE

#ARPSLIEBLING | DIE LIEBLNGSKUNSTWERKE UND -ORTE UNSERER KUNSTVERMITTLER*INNEN

Welchen #arpsiebling haben eigentlich die freien Mitarbeiter*innen unserer Kunstvermittlung HANSUNDSOPHIE ? Sie sind an allen Themen rund um die Ausstellungen und das Museum interessiert und geben ihr umfangreiches Wissen in den verschiedensten Kunstvermittlungsformaten leidenschaftlich an unserer Besucher*innen weiter. Wir waren neugierig, für welches Werk ihr Herz besonders schlägt und haben eine wunderbare Sammlung von Lieblingskunstwerken mit sehr persönlichen Texten zusammengetragen.

 

Wir veröffentlichen sie hier an dieser Stelle regelmäßig während des Lockdowns und darüber hinaus. Nach der Wiederöffnung sind Sie als Postkarten mit Bild und Text im Museum zu finden und können bei einem Besuch sehr gerne mitgenommen werden.

SAMMLUNG ARP

Das Herz des Museums

Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp zählen zu den bedeutendsten Künstlern der Avantgarde im 20. Jahrhundert. Als Pioniere der abstrakten Kunst schufen sie beide jeweils ein einzigartiges Œuvre. Die Sammlung Arp des Landes Rheinland-Pfalz umfasst über 400 Kunstwerke des Künstlerpaares.

 

Zu den Werken der Sammlung Arp zählen Gemälde, Zeichnungen und Collagen, Reliefs, Skulpturen, Perlenwebarbeiten und Wandteppiche sowie eine seltene Duo-Skulptur. Die Sammlung wird auf der sogenannten Patronatsetage im Obergeschoss des Richard-Meier-Baus mit wechselnden Schwerpunkten präsentiert. Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck ist damit das einzige Museum, das sich auf der Grundlage seines umfangreichen Sammlungsbestandes beiden Künstlern in ihrer Vielfalt und gesamten künstlerischen Bandbreite widmet.

 

Wie kam die Sammlung Arp nach Rolandseck? Johannes Wasmuth, Bonner Galerist und Leiter des Künstlerbahnhofs Rolandseck, war bekannt mit der Familie Arp. 1977, elf Jahre nach dem Tod von Hans Arp, überzeugte er Arps zweite Frau, Marguerite Arp-Hagenbach, einen Großteil des Nachlasses nach Rolandseck zu stiften. Gemeinsam gründeten sie den Verein Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp e. V.. Damals entstand die Idee, den beiden Künstlern ein eigenes Museum zu widmen. Dies stieß auf breite Akzeptanz. Als es sicher war, dass der Museumsbau von Richard Meier realisiert werden würde, begann das Land Rheinland-Pfalz, für das Museum Werke der beiden Künstler zu erwerben. So entstand ab 1996 die Sammlung Arp des Landes Rheinland-Pfalz.

LINK ZUR SAMMLUNG ARP

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