26. Okt 2021  |  Bekanntmachung

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#ARPTHEMA | AUGUSTE RODIN. DAS HÖLLENTOR: DIE INNERE STIMME / ICH BIN SCHÖN

25 Sep 2021

Rainer Maria Rilke über die Figuren des Höllentors

» ... Das Ergreifen war anders geworden; viel mehr Mutlosigkeit und ein Angehen gegen Widerstände, viel mehr Trauer um Verlorenes. Rodin schuf diese Gebärden.«

"Themenwoche Höllentor"

Ein Lebenswerk

 

Zwischen Leid und Leidenschaft der unzähligen Figurenkonstellationen des Höllentors wird deutlich: Rodin sieht seine Bestimmung im »beständigen Erforschen aller Regungen des physischen Lebens.

Im letzten Teil der 3-teiligen Kunstwerkbeschreibung begeistern den Kunsthistoriker Jérôme Padilla die Verletzlichkeit er INNEREN STIMME und die beiden Liebenden, die sich in der Arbeit DER KUSS ihrem tragischen Schicksal hingeben. Sie sind zum Teil in völlig anderem Kontext in der aktuellen Ausstellung RODIN / ARP noch bis zum 14.11.2021 bei uns zu sehen.


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Rodins Höllentor zählt zu den bekanntesten Werken des Meisters und kann in seiner Komplexität zurecht als ein Lebenswerk bezeichnet werden. 1880 erhält Rodin den Auftrag, ein Portal für das geplante Pariser Musée des arts décoratifs zu gestalten. Obwohl das Museum letztlich nicht gebaut wird, arbeitet Rodin bis zu seinem Tod im Jahr 1917 wie besessen an dem monumentalen Werk. Viele seiner Skulpturen wird er im Lauf der Jahrzehnte aus dem schier überbordenden Ensemble als Einzelfiguren herauslösen.

 

Am nächsten Sonntag, dem 26.09.2021 wird eine französische Version seiner Ausführungen unsere "THEMENWOCHE HÖLLENTOR" komplettieren. 

 

Teil 1 und 2 sind hier auf dieser Blogseite zu sehen.

 

Teil 3

Die innere Stimme (Die Muse), 1896

 

Der folgende Text beschreibt die Arbeit »Die innere Stimme / Meditation ohne Arme«(Kat. S. 72) Gips, kleine Fassung Gips, um 1894:

»Ebenso wie sie Figuren oder Detailformen zusammenführten, reduzierten beide Künstler umgekehrt bestehende Arbeiten. Insbesondere Rodin wurde durch seine radikalen Torsolösungen berühmt.

Eines der bekanntesten Beispiele dafür ist seine »Meditation ohne Arme« (Kat. S. 72). Durch Fragmentierung der Meditation (um 1894), bei der Rodin nicht nur auf Arme verzichtete, sondern auch das Knie abschlug, verschlankte sich ihr Umriss, weswegen die Figur weniger in den Raum ausgreift. Stattdessen ist nun das Gesicht freigelegt, und die Konzentration ihres Ausdrucks korrespondiert mit der reduzierten Körperform.«

(Textauszug von Raphaël Bouvier aus dem Ausstellungskatalog RODIN / ARP)

 

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Der Kuss

 

Der Kuss von Auguste Rodin ist eine der bekanntesten Plastiken der Welt. Sie existiert in vielen verschiedenen Versionen in unterschiedlichen Materialien und gilt heute als ikonische Darstellung körperlicher Liebe. Vorbild war das tragische Liebespaar Paolo Malatesta und Francesca da Rimini. Francesca verliebte sich in ihren Schwager Paolo bei der gemeinsamen Lektüre des Artusromans. Sie küssen sich, werden von Francescas Ehemann ertappt und getötet und in die Hölle verbannt. Die Plastik zeigt den Moment kurz vor oder nach dem verbotenen Kuss.

 

Rainer Maria Rilke über die Figuren des Höllentors

»So sind die Gebärden der Menschheit, die ihren Sinn nicht finden kann. Gesten, bei denen nur der Ausgangspunkt und der Endpunkt wichtig waren...«

Teil 2

Der Schatten

 

Wenn wir Rodins Gruppe der Die drei Schatten einmal genau betrachten, sehen wir, dass es eigentlich nur eine Figur ist, die der Künstler hier in dreifacher Ausführung zu einer Figurengruppe zusammengefügt hat. Der Schatten ist eine leicht veränderte Version des Adam, den Rodin 1881 mit dem Titel Die Schöpfung des Menschen im Pariser Salon präsentierte.

 

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Die Kauernde / Ich bin schön

 

»... Tatsächlich wurden in Rodins Atelier bestehende Gipsformen immer wieder neu gegossen, zersägt und danach intuitiv und (anscheinend) beliebig neu kombiniert, ungeachtet einer stringenten inhaltlichen Logik. Aus einem Repertoire an frei verfügbaren und austauschbaren
Formen, die per se nicht zusammengehörten und doch zusammenfanden, entstanden überraschende, höchst vieldeutige Werke. Dazu zählen etwa ICH BIN SCHÖN (Kat. S. 112), zusammengesetzt aus den Figuren einer KAUERNDEN und des FALLENDEN MANNES (Katl. S. 22, Abb. 4),...«

(Textauszug von Raphaël Bouvier aus dem Ausstellungskatalog RODIN / ARP)

 

Teil 1

#ARPTHEMA | AUGUSTE RODIN. DAS HÖLLENTOR: DER DENKER

Auguste Rodin

»Der Körper drückt immer den Geist aus, dessen Hülle er ist.«

Der Denker

Der Denker von Rodin!

 

Eine Ikone der Kunstgeschichte und ein Sinnbild der menschlichen Vernunft und Schöpfungskraft. Auguste Rodin schuf die erste Version des Denkers bereits 1880. Sie ist nur 72 cm groß und heute im Musée Rodin in Paris zu sehen. Eine Kopie steht auf Rodins Grab in Meudon. 1902 vergrößerte Rodin den Denker auf Lebensgröße. In dieser Version gibt es ihn 25-mal.

 

Der bei uns ausgestellte DENKER ist eine Leigabe der Kunsthalle Bielefeld.

Die Ausstellung

RODIN / ARP

bis zum 14. November 2021 / Neubau

Der Katalog in deutscher oder englischer Sprache

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für die Werke von Hans Arp
© VG Bild-Kunst Bonn, 2021

 

Auguste Rodin

Der Denker (große Fassung), 1903

© Kunsthalle Bielefeld

 

Die drei Schatten, vor 1886
© Museum of Modern Art, New York, Mary Sisler Bequest, 1990

 

Kauernde, kleine Fassung, vers 1882 - 1885

© Musée Rodin, Paris

 

Ich bin schön, um 1885
© Musée Rodin, Paris

 

Die innere Stimme (Die Muse), 1896
© Victoria and Albert Museum, London, Schenkung Rodin, 1914

 

Der Kuss (Originalgröße), um 1882
© Musée des Beaux-Arts, Lyon, legs Jacqueline Delubac, 1997

 

Video: kulturbuero nr5

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