5. Mai 2026
Zwischen Skulptur und Spiel
Das Werk „Vertikal horizontale Komposition“ (1918) von Sophie Taeuber Arp ist euer gewähltes Lieblingswerk und entfaltet sich als rhythmisches Zusammenspiel aus Farbe, Form und textilem Material. In der strengen Ordnung des Rasters begegnen sich geometrische Flächen und abstrahierte Motive, die an Gefäße, Werkzeuge oder ornamentale Zeichen erinnern und dabei vollständig aus klaren geometrischen Grundformen entwickelt sind.
Taeuber Arp verschiebt bewusst die Grenze zwischen funktionalem Design und freier Kunst; ein Ansatz, der ihr Werk bis heute so modern erscheinen lässt.
Die Komposition lebt vom Kontrast: Warme Rottöne treffen auf Schwarz, Beige und Weiß, klare Linien auf weiche textile Strukturen. Innerhalb dieses Systems entsteht Bewegung, fast wie ein visuelles Pulsieren, das den Blick über die einzelnen Felder wandern lässt. Gleichzeitig scheinen die wiederkehrenden Formen eine eigene Bildsprache zu entwickeln: Sie wirken vertraut, ohne sich eindeutig festlegen zu lassen, und öffnen so Raum für individuelle Assoziationen.
Wie in vielen ihrer Arbeiten verbindet Taeuber Arp auch hier handwerkliche Präzision mit avantgardistischer Gestaltung. Das Gewebe wird zur Bühne für ein Spiel zwischen Ordnung und Freiheit, zwischen Dekor und Bedeutung. Spannend ist dabei, dass einige Motive bis heute nicht eindeutig entschlüsselt sind. Besonders auffällig: eine Figur, die wie eine kleine abstrahierte Gestalt erscheint und von manchen als salutierend gelesen wird. Was genau sie bedeutet, ist bislang nicht geklärt und Gegenstand aktueller Forschung. Gerade solche offenen Fragen machen deutlich, wie lebendig und anschlussfähig Taeuber Arps Werk bis heute ist, mehr als 80 Jahre nach ihrem Tod.
Gerade diese Ambivalenz macht das Werk so faszinierend!
So wählt Ihr Euer Lieblingswerk
Schau dir die Vorschläge an der »Mach mit!«-Wand an und such dir dein Lieblingswerk aus. Dann wirf den Chip, den du direkt an der interaktiven Wand findest, in die passende Box. Das Werk mit den meisten Stimmen zeigen wir dann regelmäßig hier!
Between Sculpture and Play
Sophie Taeuber Arp’s work “Vertical Horizontal Composition” (1918) is your favorite piece; it unfolds as a rhythmic interplay of color, form, and textile material. Within the strict order of the grid, geometric planes meet abstract motifs reminiscent of vessels, tools, or ornamental symbols, constructed entirely from clear geometric forms.
In doing so, Taeuber Arp deliberately blurs the line between functional design and fine art, an approach that makes her work appear strikingly modern even today.
The composition thrives on contrast: warm red tones meet black, beige, and white; clear lines meet soft textile textures. Within this system, movement emerges, almost like a visual pulsation that draws the eye across the individual fields. At the same time, the recurring forms seem to develop their own visual language: they appear familiar without being clearly defined, thus opening up space for individual associations.
As in many of her works, Taeuber Arp combines technical precision with avant garde design. The fabric becomes a stage for a play between order and freedom, between decoration and meaning.
Intriguingly, some motifs remain unresolved to this day. One element in particular has sparked ongoing discussion: a small abstract figure that can be read as if it were salutierend. Its meaning has not yet been conclusively interpreted and continues to be explored in current research. These open questions show how dynamic and thought provoking Taeuber Arps work remains, more than 80 years after her death.
It is precisely this ambivalence that makes the work so fascinating.
How to choose your favourite artwork
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Kosmos Arp
Sophie Taeuber-Arp und Hans Arp – ein Künstlerpaar der Avantgarde
Sammlungspräsentation / Arp-Etage im Neubau
Sophie Taeuber-Arp, Vertikal-horizontale Komposition, 1918
Foto: Mick Vincenz, ©️ VG Bild-Kunst, Bonn 2026