15. Okt 2020  |  Bekanntmachung

Museum am 1. November geöffnet! | Dalí & Arp-Ausstellung wegen Konzert am 8. November von 11–12:30 Uhr und von 14 – 16:30 Uhr geschlossen!

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SALVADOR DALÍ | SURREALIST, EXZENTRIKER UND PROVOKATEUR

16 Okt 2020

Philippe Halsmann, 1958 | Salvador Dalí, Four Eyes © Magnum Photos, Agentur FOCUS, All Rigths Reserved | © Fundació Gala-Salvador Dali / VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Salvador Dalí

»Im Abschied ist die Geburt der Erinnerung«

Salvador Dalí

Salvador Felipe Jacinto Dalí y Domenech wurde 1904 in Figueres in Nordspanien geboren.

 

Sein künstlerisches Talent wurde früh entdeckt und gefördert. Bereits mit 14 Jahren besuchte er Malkurse an der städtischen Kunstschule in Figueres. Später studierte er an der Kunstakademie in Madrid. Dort lernte er den spanisch-mexikanischen Filmemacher Luis Buñuel und den andalusischen Dichter Federico Garcia Lorca kennen, die beide mit surrealistischen Werken berühmt wurden – und er lernte die Malerei Giorgio de Chiricos lieben. De Chirico gilt mit seinen bühnenartigen Stadtlandschaften als einer der wichtigen Vorläufer der Surrealisten.

 

Als Dalí von der Akademie verwiesen wurde, beschäftigte er sich mit dem italienischen Futurismus und ging 1928 nach Paris, wo er mit der Gruppe der Surrealisten um André Breton in Berührung kam. Mit ihnen teilte er das Interesse an den neuen Theorien von Sigmund Freud. Dalí stellte in seinen Werken Traumhaftes, Unterbewusstes, irreale Fantasien und paranoide Wahnvorstellungen in altmeisterlich-akribischer Technik dar.

 

Seine erste Ausstellung in Paris in der Galerie Goemans 1929 war ein großer Erfolg. In dieser Zeit drehte er auch zusammen mit Buñuel zwei surrealistische Filme: Le chien andalou und L’Âge d’or, die von den Surrealisten hoch geschätzt wurden. Mit der Beteiligung an der Ausstellung Surrealist Paintings, Drawings and Photographs in der Julien Levy Gallery in New York wurde Dalí auch in den USA bekannt. 1934 kam es zum Bruch mit den Pariser Surrealisten.

 

Die folgenden Jahre verbrachte Dalí in New York. Dort entwarf er unter anderem einen spektakulären Pavillon für die Weltausstellung und erhob später die Provokation zum prophetischen System. In Hollywood arbeitete Dalí mit Walt Disney zusammen und schuf im selben Jahr das Bühnenbild für die berühmte Traumszene in Alfred Hitchcocks Film Spellbound, The House of Dr. Edwards. Erst 1948 kehrte Dalí nach Spanien zurück.

 

Seine dort entstandenen Werke zeigen zunehmend religiöse Motive und das Bestreben, mit neuen Techniken den Bildraum zu sprengen. Sein letztes großes Werk ist der Bau des Theater-Museums in seinem Geburtsort Figueres.

 

Dalí starb 1989 in Figueres.

Die Ausstellung

SALVADOR DALÍ UND HANS ARP. Die Geburt der Erinnerung

Bis zum 10. Januar 2021 //  historischer Bahnhof & Arp-Etage

 

Der exzentrische Salvador Dalí ist der bis heute weltweit bekannteste Surrealist. Erstmals zeigt die Ausstellung anhand von hochkarätigen Werken aus internationalen Museen und Sammlungen bisher unbeachtete Parallelen zwischen ihm und dem Vorreiter der Abstraktion in der modernen Kunst – Hans Arp.

 

In Paris treffen 1929 der jüngere Dalí, der mit akademischem Pinselstrich seine surrealen Visionen ins Bild setzt, und der zu dem Zeitpunkt bereits etablierte Lyriker, Maler und Bildhauer Arp aufeinander. Prägend ist für beide André Bretons surrealistisches Manifest, das eine Kunst propagiert, die aus dem Unterbewusstsein gespeist wird und die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit aufhebt.

 

Ein Jahrzehnt lang nehmen beide Künstler gemeinsam an zahlreichen Ausstellungen und Aktionen teil. Sowohl Arp als auch Dalí arbeiten mit den gestalterischen Prinzipien der Metamorphose und der Transformation. Beide fügen Mensch, Natur und Dingwelt zu fantastischen Wesen. Gegenstände werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgenommen und in neue Kontexte gesetzt. In dieser Zeit entwickeln sie aber auch ihre jeweils unterschiedliche charakteristische Formensprache. Während Dalí sich der vermeintlich wiedererkennbaren, naturalistischen Darstellung verschreibt, treibt Arp den abstrakten Surrealismus voran. Gleichzeitig verbindet eine rätselhafte Symbolik Arps lyrische Texte mit den Gemälden Dalís, wie die Ausstellung zeigt.

 

Als früher Multimediakünstler übersetzt Dalí die räumlichen Illusionen seiner Bilder in das Medium des Films. So dreht er zusammen mit Luis Buñuel 1929 das surreale Meisterwerk Der andalusische Hund. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl des filmischen Schaffens und nimmt Dalís Begeisterung für neue Technologien in einer Augmented Reality-Präsentation auf: Ein Touristenfernglas lädt zum interaktiven Spaziergang durch eine Rheinlandschaft ein, die plötzlich bevölkert wird von Dalís einzigartigen Kreaturen. Der Selbstdarsteller Dalí scheut auch nie die Nähe zur Populärkultur und ist unter anderem als Werbeillustrator tätig. In Verbindung mit seinem markanten Schnurrbart und eleganter Kleidung stilisiert er sich früh zur »Marke Dalí«.

 

Dalís Faszination für das musikalische Genie Ludwig van Beethovens, dessen 250. Geburtstag 2020 weltweit gefeiert wird, erweitert den künstlerischen Austausch um diesen anderen Jahrhundert­künstler. Sowohl in der Ausstellung als auch in einer Konzertreihe bringen die Kompositionen Beethovens die Werke Salvador Dalís zum Klingen.

Der Katalog

SALVADOR DALÍ UND HANS ARP. DIE GEBURT DER ERINNERUNG

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