Farbwechsel – en passant

2011, Otmar Sattel
Remagen – Leinpfad / Rheinkilometer 637

Im Oktober 2011 wurde die neue Arbeit »Farbwechsel – en passant« von Otmar Sattel für das Skulpturenufer Remagen öffentlich vorgestellt. In acht Nischen entlang der Bahntrasse wurden motorbetriebene, einfarbige Markisen angebracht. Auf diesen finden sich vollflächige QR-Codes. Hinter diesen Verschlüsselungen verbirgt sich Hans Arps Gedicht »Opus Null« aus dem Jahr 1924. Ausgelöst durch die Bewegung von Passanten sowie über einen computergestützten Zufallsgenerator wird der Bewegungsrhythmus der Markisen gesteuert.

  • © Arp Museum Bahnhof Rolandseck
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    Farbwechsel - en passant, Otmar Sattel, 2011
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    Farbwechsel - en passant, Otmar Sattel, 2011
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Zum Werk

Mit seiner ortsspezifischen Arbeit hat Otmar Sattel entlang des Leinpfads am Rhein ein Farb- und Bewegungsspiel realisiert. In acht kassettenartigen Nischen an der Unterseite der Trassenkonstruktion der Bahn wurden motorbetriebene, einfarbige Markisen in kräftigen Farben montiert. Entstanden ist eine Reihung unterschiedlicher Farbflächen in einer Anordnung von schwarz, grün, beige, rot, orange, gelb, blau und anthrazit.


Mithilfe eines Siebdruckverfahrens wurden auf den vier Farbflächen QR-Codes angebracht. Die QR-Codes finden sich auch auf kleinen Tafeln unterhalb der Markisenkonstruktion. Sie lassen sich mit einem Smartphone und entsprechender Software entschlüsseln. Hinter diesen Verschlüsselungen verbirgt sich Hans Arps Gedicht »Opus Null« aus dem Jahr 1924. Es ist eines seiner frühen, assoziativen Gedichte und besteht aus vier Strophen. Jede dieser Strophen hat Ottmar Sattel einer der vier Farbflächen zugeordnet. Mit seiner Arbeit bezieht sich Sattel zum einen auf die geometrischen Entwürfe Hans Arps und Sophie Taeuber-Arps, zum anderen auf die von Hans Arp entwickelten »Konstellationen«, die dem Zufallsprinzip folgen.

Mit seiner Arbeit bezieht sich Sattel zum einen auf die geometrischen Entwürfe Hans Arps und Sophie Taeuber-Arps, zum anderen auf die von Hans Arp entwickelten »Konstellationen«, die dem Zufallsprinzip folgen.

Auch Otmar Sattel nutzt das Zufallsprinzip: über einen computergestützten Zufallsgenerator steuert er den Bewegungsrhythmus seiner Markisen. Das Heben und Senken der acht Farbflächen wird zudem durch die Bewegungen der vorbeikommenden Fußgänger und Radfahrer beeinflusst. Dieses interaktive Geschehen ermöglicht ein lebendiges, abwechslungsreiches und nicht vorhersehbares Spiel aus Farbe und Bewegung. Es wechselt zwischen dem Schwarz der Nacht, dem Grün der Vegetation, dem Beige der Erde, dem Rot des Morgengrauens, dem Orange und dem Gelb der Sonne, dem Blau des Himmels und dem Anthrazit der Dämmerung.

Über den Künstler

Otmar Sattel, der heute in Berlin lebt und arbeitet, wurde 1955 in Speyer geboren. Gemeinsam mit Eberhard Bosslet, Werner Klotz und anderen gründete er 1981 die Künstlergruppe »Material und Wirkung«. In Skulpturen und Installationen arbeitet er insbesondere mit Prozessen wie auch mit der Interaktion zwischen seinen Werken und ihren Betrachtern.

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